29.01.2015 15:32

Bewohner und Angehörige sind Maßstab für stationäre Pflege

Gesundheitswirtschaft Hannover startet regionales Modellprojekt

Zum ersten Mal gelingt es in der Region Hannover im Rahmen des bundesweit viel beachteten Modellprojekts „Pflegequalität Hannover“ einer Gruppe aus acht unterschiedlichen Altenpflege-Trägern des Wohlfahrtsbereichs, privaten, kirchlichen und kommunalen Trägern eine alternative Messung von Ergebnisqualität in der stationären Altenpflege umzusetzen. Am 1. März 2015 startet das Projekt unter dem Dach des regionalen Branchennetzwerks Gesundheitswirtschaft Hannover e.V. gefördert von der Region Hannover in die praktische Umsetzung.

Im Projekt werden in einem Zeitraum von 2,5 Jahren in regelmäßigen Abständen von rund sechs Monaten Erhebungen auf der Basis von wissenschaftlich erarbeiteten Kriterien in den beteiligten Einrichtungen mit jeweils sämtlichen Bewohnern und deren Angehörigen durchgeführt. Die Daten werden ausgewertet und verglichen.

„So erhalten die Pflegeeinrichtungen zum Beispiel Informationen darüber, wie gut ihre Vorbeugung vor druckbedingten Haut-/Gewebeerkrankungen (Dekubitus) funktioniert und können sich weiter verbessern“, sagt Initiatorin Anne-Kathrin Vogt, Einrichtungsleiterin beim GDA Pflegehaus Hannover-Ricklingen. Weitere Einrichtungen im Modellprojekt sind Domicil-Seniorenpflegeheim List, DRK Alten- und Pflegeheim, Margeritenhof, Seniorendomicil Am Lönspark, Seniorenzentrum Willy-Platz-Heim, Stephansstift und GDA Wohnstift Hannover-Kleefeld.
Die Ergebnisse der Analysen geben den Unternehmen und Einrichtungen Ansatzpunkte zur weiteren Verbesserung ihrer Ergebnisqualität und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine direkte, in der Regel positive Rückmeldung zu ihrer Arbeit.

„Wir wollen die tatsächlichen Ergebnisse pflegerischer Arbeit für Bewohner, Mitarbeiter und Öffentlichkeit transparent machen“, benennt Jasmin Arbabian-Vogel, Vorstandsmitglied vom Projektträger Gesundheitswirtschaft Hannover e.V. ein wesentliches Projektziel, dessen Erreichung großen Nutzen für Bewohner, Angehörige, Kostenträger und Interessenten an Pflegeleistungen verspricht.

„Wir halten die Initiative von Gesundheitswirtschaft Hannover und den beteiligten Pflegeinrichtungen für einen vielversprechenden Ansatz zur Förderung von Transparenz und Steigerung der Qualität in der Pflege“, begründet Silke Priebe, Leiterin des Teams „Hilfe zur Pflege“ die Unterstützung der Region Hannover für das Vorhaben. Das Projekt wird von der Region Hannover in diesem Jahr mit 15.000 Euro gefördert. Zu weiteren Kooperationspartnern gehören die Heimaufsichten der Stadt und der Region Hannover.

Wissenschaftlich begleitet wird das Modellprojekt von Dr. Klaus Wingenfeld, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Pflegewissenschaften an der Universität Bielefeld. Er hat die dem Projekt zugrunde liegenden Indikatoren zur Beurteilung von Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe gemeinsam mit der Universität Köln im Auftrag von zwei Bundesministerien entwickelt.

„Bereits mit der Umsetzung des Modellprojekts „Pflegequalität Hannover“ werden Mehrwerte für alle Beteiligten entstehen“, ist sich Frank Kettner-Nikolaus, Geschäftsführer von Gesundheitswirtschaft Hannover e.V., sicher. Hier entstehe auf Initiative der Pflegeunternehmen im Netzwerk Gesundheitswirtschaft Hannover eine zukunftsweisende und nachhaltige Qualitätsperspektive für die Pflege.