05.02.2016 08:00

Neujahrsempfang bestärkt vielfältige Nachbarschaft

„Flüchtlinge von heute sind Nachbarn von morgen“, so Thomas Hermann, Erster Bürgermeister von Hannover, beim traditionellen Neujahrsempfang in der Hildesheimer Straße 179 am letzten Mittwoch. Dass dies in ihrer Nachbarschaft bereits aktiv gelebt wird, zeigten die Organisatoren: Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde am Döhrener Turm, das Flüchtlingswohnheim, der Sportverein Eintracht von 1898 e.V., der Kleingärtnerverein Tiefenriede e.V. und das GDA Wohnstift Hannover-Waldhausen.

Das Motto des Abends: „Ich bin schon da“. Es rückte persönliche Erfahrungen mit Migration und Integration in den Fokus – aktueller denn je und zugleich kein neues Thema. „Schon seit über 20 Jahren begleiten wir Migranten im Flüchtlingswohnheim. Viele von ihnen sind in Deutschland geblieben und Teil unseres Lebens geworden“, erzählte Heimleiterin Irene Wegener. Die Vielfalt spiegelte sich auch unter den 200 Gästen wider. Ebenso bunt waren die tänzerische und musikalische Untermalung: Von der Tanz- und Gesangsgruppe des Flüchtlingswohnheims über den Solo-Pianisten Daniel Schunn bis hin zum Chor „Voices“. Durch das Programm führte der ehemalige NDR-Rundfunkredakteur Hartmut Brinkmann.

„Die Flucht im Spiegel der Zeit“ hieß der Kurzfilm, in dem eine Bewohnerin und eine Mitarbeiterin des GDA Wohnstifts ihre Fluchtgeschichten beschrieben – einerseits aus Schlesien und andererseits aus der Türkei. Einprägsam waren dabei die Gemeinsamkeiten ihrer Schicksale, wie Angst und Verlust. Diese konnte auch Udo Heinz, Mitglied der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, als Geflüchteter aus Ostpreußen nachvollziehen. Er plädierte für Integration – heute wie damals. „Wir müssen zu einer Normalität des Miteinanders kommen“, sagte auch die Niedersächsische Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf. „Das soll unser Neujahrsempfang sein“, fasst Pastor Henning Großmann zusammen, „ein öffentliches Statement, miteinander und nicht gegeneinander zu leben.“