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Entspannt im Sommer

Warme Jahreszeit – schönste Jahreszeit? Nicht immer. Gerade für Ältere ist die Hitze oft mit Unwohlsein oder Gesundheitsproblemen verbunden. Wer einige Tipps beherzigt, kann die Monate genießen.

Von Petra Zottl (mit DPA)

Sonnenlicht, zwitschernde Vögel, üppig blühende Natur: Der Sommer ist Umfragen zufolge für jeden zweiten Deutschen die liebste Jahreszeit. Doch was für Jüngere ein großer Quell der Freude ist, kann für Ältere eine Qual werden. Viele fürchten Beschwerden, wenn die Hitze zu groß wird. Tatsächlich, das bestätigt die Bundesärztekammer, leiden empfindliche oder ältere Menschen bei Hitze öfter unter Müdigkeit, Verdauungsproblemen oder Schwindelgefühl.

Wer Medikamente fürs Herz oder gegen Bluthochdruck einnimmt, dem rät das Zentrum für Qualität und Pflege, den Hausarzt zu befragen, ob die Dosis während großer Hitze verändert werden sollte.

Südeuropa dient als Vorbild

Ein gutes Mittel, um Kreislaufproblemen zu begegnen, ist dem Potsdamer Evangelischen Zentrum für Altersmedizin zufolge Bewegung. Schon Spaziergänge oder kleine Arbeiten im Garten könnten helfen. Beides sollte aber keinesfalls mittags stattfinden. Hier, so rät Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), sollten Senioren ihren Tag im Sommer nach südeuropäischem Vorbild planen. Das bedeutet: Früher aufstehen und den Morgen nutzen. „Um diese Zeit ist die Luft noch frisch und kühler“, sagt Sowinski. Die Mittagszeit ist ideal für eine Siesta in kühleren Räumen.

Für einen Spaziergang bietet sich auch der frühe Abend an. Auch hier gilt: nicht übertreiben. „Ältere, die Probleme mit dem Kreislauf haben, sollten sich nicht zu weit von zu Hause entfernen“, sagt Sowinski. Wer sich unwohl fühlt, hat so die Chance, schnell zurückzukommen.

Es gilt: trinken, trinken, trinken

Ein stetiger Begleiter, auch bei der kleinsten Runde, sollte Sowinski zufolge eine Flasche Wasser sein. Denn gerade Flüssigkeitsmangel ist oft schuld, wenn der Schwindel einsetzt, sagt Kristina Norman von der Forschungsgruppe Geriatrie der Berliner Charité. Doch dort liegt oft der Hase im Pfeffer: Das Durstempfinden lässt im Alter generell nach – viele Senioren vergessen das Trinken einfach. Doch auch sie sollten „ausreichend“ Flüssigkeit zu sich nehmen. Entsprechend des individuellen Krankheitsbildes und der Medikamenteneinnahme kann das variieren. Der behandelnde Arzt gibt Auskunft dazu.

Doch wie daran denken? Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren- Organisationen (BAGSO) rät, die tägliche Getränkeration sichtbar und zudem griffbereit zu platzieren; wer den Arm nur auszustrecken braucht, trinkt eher als der, der laufen muss.

Für Abwechslung sorgen

Zudem gilt: Es muss nicht immer Wasser pur sein. Ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee am Morgen, verdünnter Obst- oder Gemüsesaft am Mittag, eine andere Teesorte am Abend bringen Abwechslung. Schmackhafter wird Wasser mit einem Spritzer Zitrone oder Apfelsaft. Auch ein Limettenschnitz, ein Stück frischer Ingwer oder Minzblätter peppen es auf. Von eiskalten Getränken rät Professor Frank Kolligs, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Helios Klinikum Berlin-Buch, ab. Dann produziere der Körper noch mehr Wärme, um die Temperatur auszugleichen. Warmer Pfefferminztee, der über den Tag verteilt in kleinen Portionen getrunken wird, habe hingegen einen kühlenden Effekt.

Die Sonne komplett zu meiden – davon rät das Evangelische Zentrum für Altersmedizin ab. Sie habe eine wichtige Funktion für den Vitamin-D-Haushalt – und der ist wichtig für die Knochen. Helle leichte Kleidung, ein Sonnenhut und Sonnencreme mit einem Mindest-Lichtschutzfaktor von 15 bis 20 sind ratsam. So gerüstet steht der Weg offen für entspannte Sommertage.

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