Menü
Menü

Suche

Der Wald ruft

Die grüne Umgebung ist Natur pur – und sie macht gesund: Die Luft enthält weniger Schadstoffe, unser Blutdruck sinkt, sogar die Laune bessert sich.

VON BERT STREBE

Hach. Allein, wie das Licht durch die Baumkronen fällt. Man hört die Vögel singen, die Blätter rascheln, irgendwo im Unterholz macht sich Getier zu schaffen. Und schon geht es einem gut. Waldspaziergänge haben positive Auswirkungen auf Menschen. Das liegt zum einen an der gesunden Luft. Waldluft enthält bis zu 100-mal weniger Staub als Stadtluft. Wissenschaftler haben gezielt Testpersonen in Stadt und Wald spazieren gehen lassen und gemessen, dass die Probanden im Wald einen niedrigeren Blutdruck und eine ruhigere Herzfrequenz aufwiesen und weniger vom Stresshormon Adrenalin im Körper hatten. 

Die Lungenkapazität im Wald war höher, die Arterien waren elastischer. Zudem stellte sich heraus, dass Waldspaziergänge körpereigene Immun- und Heilkräfte mobilisieren. Zudem enthält Waldluft ätherische Öle, das macht sie so würzig – und sie ist gut für die Bronchien. Was jeder Mensch auch ohne Wissenschaftler weiß: Ein Waldspaziergang macht den Kopf frei und heitert auf. Das wiederum steigert das Selbstwertgefühl. Schon fünf Minuten helfen.

Tiere im Wald möglichst wenig stören

Wie verhält man sich im Wald? Die Antwort ist einfach: Der Mensch sollte alles vermeiden, was die Waldbewohner stört. Also nicht wild durchs Unterholz brechen, nicht mit dem Auto oder Fahrrad über Lichtungen brettern, keine laute Musik hören und keinen Müll hinterlassen. Generell gilt, dass man auf den Wegen bleiben sollte, um die Tiere im Wald möglichst wenig zu stören und auch die eigene Verletzungsgefahr zu minimieren. 

Für einige empfindliche und leicht zu schädigende Forstflächen besteht ein Betretungsverbot. Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), weist darauf hin, dass Forstkulturen, sogenannte Schonungen, und Pflanzgärten nicht betreten werden dürfen, ebenso wenig wie gesperrte oder eingezäunte Flächen und Wege.
Klar, man darf joggen, Ball spielen, wandern. Aber nur da, wo es nicht stört. „Auf Uferbereiche und Feuchtbiotope ist zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt in jedem Fall Rücksicht zu nehmen“, sagt Rullmann. Was heißt: bitte nicht betreten. Vor allem in der Brut- und Setzzeit von April bis Juni bittet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald um Vorsicht. Dann erst recht, aber auch sonst sollten Hunde im Wald an der Leine geführt werden. 

Grillen ist nur an ausgewiesenen Feuerstellen gestattet, und wegen der Waldbrandgefahr ist meist auch das Rauchen im Wald untersagt – in vielen Bundesländern vom 1. März bis zum 31. Oktober, in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen sogar ganzjährig. Sie wollen beim Spaziergang Pilze sammeln? Beeren, Nüsse, Pilze, Kräuter und Blumen dürften zum Eigengebrauch in geringen Mengen gesammelt werden, sofern sie nicht geschützt sind, erläutert Christoph Rullmann, SDW-Bundesgeschäftsführer.Es ist also gar nicht so schwer.
Als oberstes Prinzip gilt immer: Rücksicht nehmen.

Die GDA Standorte