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Mit geradem Rücken

Hin und wieder schmerzt es bei jedem von uns im unteren Kreuz. Die weitverbreiteten Beschwerden haben ganz unterschiedliche Ursachen. Die gute Nachricht: Dagegen lässt sich etwas tun.

VON TERESA NAUBER

Mal eben runterbeugen und etwas aufheben – kein Problem für den Rücken, oder? Umso besorgniserregender ist es, wenn dann die Wirbelsäule reagiert – und zwar mit Schmerz. Mediziner nennen ihn den tief liegenden Kreuzschmerz. 85 Prozent der Deutschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal davon betroffen. Und mit zunehmendem Alter erwischt es nahezu jeden Menschen – denn je älter Menschen werden, desto länger wird auch die Wirbelsäule belastet. Durch Gewebeabbau und durch organische Veränderungen kommt es zu einer sogenannten alterungsbedingten Degeneration der Wirbelsäule. „Zu viel Sitzen und zu wenig Bewegung tun ihr Übriges“, sagt Prof. Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind, sagt Peter Baum, Ärztlicher Leiter der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Das belastet den Rücken zusätzlich.


Rücken ist nicht immer Ursache

Aber nicht immer zwickt tatsächlich der Rücken, auch Nierenentzündungen oder andere Erkrankungen können dahinterstecken. Deswegen ist es wichtig, einen Arzt um Rat zu fragen. „Kommen die Schmerzen aus dem Rücken, unterscheiden wir zwischen spezifischem und nicht spezifischem Kreuzschmerz“, sagt Kladny. Im ersten Fall drückt zum Beispiel eine Bandscheibe auf Nervengewebe, das macht sich durch ein Taubheitsgefühl im Bein bemerkbar. Auch in diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden. Der nicht spezifische Schmerz wird dagegen oft von einer falsche Haltung oder schlicht zu wenig Bewegung ausgelöst.

Auch wer immer wieder belastenden Situationen ausgesetzt ist, kann dies in Form von Rückenschmerzen zu spüren bekommen. Denn unter jeglicher Art von Stress – dieser kann auch psychischen Ursprungs sein – werden unter anderem Muskelgruppen um die Wirbelsäule herum aktiviert, sagt Prof. Michael Pfingsten,

Psychologe an der Universitätsmedizin Göttingen und Experte für die psychischen Ursachen von Schmerz. „In stressigen Momenten spannen sich die Muskeln an. Wenn der Körper diesem Stresszustand dauerhaft ausgesetzt ist, ist die Muskulatur ebenfalls ständig verspannt. Die Folge können Schmerzen sein, die sogar chronisch werden und sich ausweiten können“, so Pfingsten.


Muskulatur stärken

Beim unspezifischen Rückenschmerz lautet die Devise: trotzdem bewegen. Gegen starke Schmerzen könne man durchaus auch mal eine Schmerztablette nehmen, sagt Kladny.

Wer aufgrund der Schmerzen auf dem Sofa liegen bleibt, nimmt aber in Kauf, dass die Muskulatur weiter nachlässt, die Wirbelsäule noch weniger Halt hat und sich der Schmerz verstärkt.


Spaß an der Bewegung hilft

Welche Art von Bewegung sinnvoll ist, entscheidet einerseits natürlich die grundsätzliche Konstitution. Wichtig ist: „Nichts tun, was starke Schmerzen verursacht“, sagt Baum. 

Ideal sei eine Kombination aus Ausdauer- und Muskelaufbauübungen. Andererseits sollte jeder die Art von Bewegung bevorzugen, die ihm Spaß macht. Entscheidend sei aber, dass der Patient überhaupt etwas tut, sagt Kladny.


Entlastung für den Rücken

Hinter Rückenschmerzen können sich viele Ursachen verbergen. Grundsätzlich gilt: Wer bereits unter ihnen leidet, sollte diese zunächst von einem Arzt feststellen lassen. Wer vorbeugen möchte, kann einiges tun.

Bewegung stärkt die Muskulatur. Auch Ältere, die bisher keinen Sport getrieben haben, können noch damit anfangen. Ratsam ist jedoch ein vorheriges Gespräch mit dem Arzt, sagt der Kölner Kardiologe und Sportmediziner Thomas Schramm. Auch mit täglichen kleinen Muskelaufbauübungen kann man Rückenbeschwerden vorbeugen und lindern. Auch hier gilt: Ärztliche Rücksprache gibt Sicherheit.

Die richtige Pflege der Bandscheibenspielt eine wichtige Rolle. Während die Wirbelsäule tagsüber bewegt werden sollte, braucht sie nachts Entlastung. „Dafür ist die richtige Matratze entscheidend“, sagt Peter Baum, Ärztlicher Direktor der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Auf ihr muss der Körper spannungsfrei liegen. Wann das der Fall ist, könne man aber nicht pauschalisieren. „Jeder muss das ausprobieren, und zwar nicht nur fünf Minuten im Laden.“

Wichtig für einen gesunden Rücken ist auch gutes Schuhwerk. Wer erstmalig Rückenprobleme hat, sollte Baum zufolge einen guten Laufschuh aus dem Sportfachgeschäft ausprobieren. „Die sind meist sehr gut gepolstert.“ Dadurch wird Stoßenergie beim Gehen abgefedert. Auch das entlastet die Bandscheiben.

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