13.08.2014 15:07

Pflegebedürftigkeitsbegriff: GDA nimmt an bundesweiter Studie teil

Mit 50 Bewohnerinnen und Bewohnern ihres Pflegehauses Hannover-Ricklingen nimmt die GDA an einer von zwei bundesweiten Evaluationsstudien zu dem so genannten „Neuen Begutachtungsassessment (NBA)“ teil. Das Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen führt die Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums und des GKV-Spitzenverbandes durch.

Im Vordergrund der Studie „Evaluation des Neuen Begutachtungsassessments“ (NBA) steht, welche Leistungen mit welchem Zeitaufwand für die einzelnen Pflegebedürftigen erbracht werden.

Mit Smartphones erfolgt Leistungs- und Zeiterfassung

So haben Mitarbeiter des GDA Pflegehauses sieben Tage lang präzise erfasst, welche Leistungen in welchem zeitlichen Umfang bei den an der Studie teilnehmenden Bewohnern angefallen sind. Die Erfassung erfolgte mit mobilen Endgeräten (Smartphones) und einer eigens für die Studie entwickelten Software der Firma Evocura aus Düren. Das Fazit der Mitarbeiter: „Eine solche Erfassung ist im täglichen Ablauf schon sehr gewöhnungsbedürftig – die Arbeit und Dokumentation mit dem Smartphone macht aber auch Spaß“.

Nach der abgeschlossenen Leistungs- und Zeiterfassung durch die Mitarbeiter sind Anfang August eine Woche lang Gutachter des MDK im Haus. Sie schätzen dann anhand des neuen Prüfkatalogs die Pflegebedürftigkeit der Bewohner auf Basis der neuen fünf Pflegegrade ein. Daraus ergibt sich ein Bild, wie sich heutiger Pflegeaufwand und zukünftiger Pflegegrad in der stationären Pflege zueinander verhalten. Am 8. August ist die Studie abgeschlossen, die bis dahin knapp drei Wochen angedauert hat.

„Auf die Ergebnisse sind alle gespannt“, sagt Einrichtungsleiterin Anne-Kathrin Vogt. „Generell gehen wir davon aus, dass sich die bisherige Pflegebedürftigkeit sehr gut in den fünf neuen Pflegegraden widerspiegeln wird. Die Tatsache, dass sowohl kognitive Störungen als auch psychische Erkrankungen konsequent in die Begutachtung einbezogen werden, führt zu einer hoffentlich verbesserten Versorgungssituation durch angemessen Leistungsgewährung.“

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und neues Begutachtungsassessment

Eine Überarbeitung des bisherigen, eher verrichtungsorientierten Pflegebedürftigkeitsbegriffs wird schon seit langem angestrebt. Im Zuge dieser Neuausrichtung und Reformierung der Pflegeversicherung sollen die bekannten drei Pflegestufen im Jahr 2017 abgeschafft und stattdessen ein neuer Begriff der Pflegebedürftigkeit eingeführt werden, der auf fünf Pflegegraden beruht.

Grundlage für diese fünf Pflegegrade soll das das „Neue Begutachtungsassessment“ sein. Der Maßstab der Einschätzung innerhalb eines der fünf Pflegegrade soll zukünftig der Grad der Selbstständigkeit sein. Und nicht mehr wie bisher der Faktor Zeit für notwendige Hilfe und Pflege.