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Süßer Honig Leben

Warum wir in den Seniorenresidenzen der GDA eigenen Honig ernten

© GDA

Vielleicht haben Sie es bei einem Spaziergang im Park schon selbst bemerkt: Auf den Grundstücken der GDA-Seniorenresidenzen in Hannover-Kleefeld und Hannover-Waldhausen summt es hier und da ganz leise. Bitte erschrecken Sie nicht, es sind lediglich unsere Bienenvölker, die an diesen Standorten für frischen Honig sorgen. 

Der Honig ist dabei nur ein, wenn auch sehr schmackhafter, Vorteil, den die fleißigen Bienenvölker mit sich bringen. Unsere kleinen gelb-schwarzen Freunde haben nämlich noch viele andere Vorteile, dazu eine besondere Kultur und eine lange Geschichte. Und genau aus diesen Gründen ist die Imkerei eines unserer nachhaltigen Leuchtturmprojekte geworden, die wir mit unserem professionellen Partner BeeRent gemeinsam umsetzen.

Wissenswertes zur Geschichte der Imkerei

Die Imkerei ist bereits in den frühen Höhlenmalereien aus der Mittelsteinzeit nachweisbar, welche die Forscher in der Nähe von Valencia gefunden haben. Vor mehreren Tausend Jahren begann die gezielte Haltung von Bienen in Zentralanatolien und auch im alten Ägypten, wo der Honig bereits 3000 v. Chr. die Speise der Götter war. Heute können Besucher Reliefs in den Grabkammern der Pyramiden bestaunen, die Imker bei der Arbeit zeigen. Jüngst haben Archäologen der Goethe-Universität in Nigeria ein ca. 3500 Jahre altes Keramikgefäß gefunden,  den bisher ältesten direkten Beweis für die Nutzung von Honig, wie die FAZ berichtet.

Im frühen Mittelalter standen in Europa hohe Strafen auf den Diebstahl von Bienen und Honig, den man etwa als Lockmittel für die Bärenjagd gebrauchte, und um 800 befahl Kaiser Karl der Große die Einrichtung von Imkereien mit den typischen, gemauerten Kästen, wie wir sie auch heute noch gut kennen. 

Erst ab dem 18. Jahrhundert erfuhr die Imkerei dann eine weitergehende Förderung durch die deutschen Staaten, und es entstanden vielerorts Imker-Vereinigungen und sogar Zeitungen, die sich dem Thema widmeten. Infolgedessen professionalisierten und technisierten die Imker den Prozess der Honiggewinnung – so wurden bspw. das Holzrähmchen und auch die Honigschleuder erfunden. Diese geben der Honigproduktion bis heute ihren prägenden Stempel. 

Das Imkern als Traditionsberuf und als Hobby

Heute ist Honig nicht mehr allein das Nahrungsmittel der Götter, er ist vielmehr auf jedem Frühstückstisch zu finden: in den Hotels, unseren Wohnstiften und Seniorenresidenzen – und sicherlich auch bei Ihnen zu Hause. Honig gehört zum Frühstück einfach dazu! Heute gibt es viele Menschen, die ihre Liebe zur Imkerei entdeckt haben und diese als ein naturnahes, ausgleichendes und zugleich sinnvolles und schmackhaftes Hobby betreiben. 

© serhii_bobyk/Freepik

Doch nach wie vor kann der Traditionsberuf des Imkers auch mit einer fundierten Ausbildung unter dem Begriff ‚Tierwirt mit Schwerpunkt Bienenhaltung‘ erlernt werden. Die Ausbildung umfasst drei Jahre und beinhaltet die Bienenzucht, das bedeutet vor allem die Königinnenzucht und -aufzucht sowie das Führen von Pflege- und Drohnenvölkern samt der Zuchtbuchführung.

Neben der Bienenpflege und Honigernte sind bspw. auch die Lehre der Betriebsmittel, Kenntnisse über Bienenprodukte sowie Werkstatt- und Reinigungstechniken Bestandteil der Ausbildung.

Der Trend heute sind Bienenvölker auf dem Stadiondach

Bienen auf dem Dach? Das klingt im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, aber für Bienen kann die Haltung in der Stadt wirklich besser sein als auf dem Land. Der Honig, den sie in den Straßen und Plätzen erwirtschaften, unterscheidet sich qualitativ nicht von dem auf dem Land. Das Kuriose ist: Außerhalb der Städte leiden die Bienenvölker zunehmend unter der modernen Landwirtschaft mit all ihren Pestiziden und Monokulturen. Diese Weisheit hat sich bereits herumgesprochen: In der deutschen Hauptstadt gibt es aktuell bis zu 11000 Bienenvölker, die durch die Stadt summen und Honig einsammeln, den ihre Imker dann verkaufen oder verschenken. Die Völker leben dabei häufig auf leeren Grundstücksbrachen, aber auch auf Firmendächern wie dem von Vattenfall oder auch der Deutschen Bahn. Während solche Unternehmen damit ihr Image pflegen, geben sie der Umwelt etwas Gutes zurück.

Warum sind Bienen so wichtig für das Leben auf der Erde?

Dass die Bienen heute im Rampenlicht stehen, hat viel mit den Meldungen der vergangenen Jahre über deren akute Bedrohung zu tun. Viele Menschen haben verstanden, wie bedeutend diese Insekten für unseren Planeten sind – unabhängig vom Honig. 

Ohne unsere fliegenden Freunde könnten sich Pflanzen und Früchte nicht entwickeln, und somit würde das ökologische Gleichgewicht empfindlich gestört werden und letztlich zusammenbrechen.

© GDA

Schließlich landen die Bienenvölker auf den Pflanzen, nehmen Pollen auf und verteilen sie während ihres Fluges von Pflanze zu Pflanze. So bestäuben sie durch ihre Landung auf Bäumen, Pflanzen und Blüten nach und nach alles Grüne und sorgen dafür, dass sich z. B. aus den Blüten Früchte entwickeln können. 

Fast siebzig Prozent aller Pflanzen werden auf diese Weise bestäubt. Das gilt für die Landwirtschaft und für Wildpflanzen gleichermaßen, wir sprechen also über das gesamte Ökosystem. Insofern sind Bienen Nutztiere und extrem wichtig für unsere Nahrungsproduktion und den Lebensraum aller Menschen.

Bedrohte Bienenvölker und was wir tun können

Trotz aller Initiativen und Programme bleibt die Sorge, dass Bienen aufgrund von Stressfaktoren aussterben. Diese sind hauptsächlich menschengemacht. Folgenden Gefahren sind Bienen heute ausgesetzt: Da sind vor allem der Gebrauch von Insektiziden, monotone Agrarlandschaften, Flächenfraß und die Begrenzung von Lebensräumen, aber natürlich ganz allgemein der Klimawandel und die Lichtverschmutzung zu nennen. 

Unter diesen Bedingungen leiden alle Insekten, auch die Bienen, die wir als Nutztiere pflegen. Wenn wir bei den oben genannten Punkten also etwas verbessern, verbessern wir die Bedingungen für alle Insekten. Bei den Bienen kommt erschwerend eine Überzüchtung hinzu, die sie anfälliger macht für Krankheiten und Umweltveränderungen, sowie ein bedrohlicher Parasit, die Varroamilbe.

Artenschutz und Initiativen

Um die Bienen nachhaltig und dauerhaft zu schützen, arbeiten viele Imker und unterschiedlichste Initiativen, meist ehrenamtlich, Hand in Hand. Häufig geht es dabei über die Sorge um die Bienen hinaus, und die unterschiedlichen Initiativen verbinden das Bienensterben mit anderen ökologischen Entwicklungen wie dem Sterben der Bauernhöfe. Durch einen breiteren Ansatz holt man mehrere Interessengruppen in ein Boot und ist dadurch kraftvoller bei der Umsetzung der Pläne.

Honig schmeckt und ist gesund

Der Begriff ‚Honig‘ entstammt übrigens seiner goldgelben Farbe. Der indogermanische Begriff bedeutet so viel wie ‚der Goldfarbene‘. Honig besitzt viele Geschmacksrichtungen und kann sowohl nach Karamell, Anis als auch lieblich und sehr fruchtig schmecken. Der Geschmack hängt ganz davon ab, ob der Nektar im Frühjahr oder im Spätsommer gesammelt wurde. Generell gilt, je später der Nektar im Sommer gesammelt wurde, desto dunkler der Honig und intensiver der Geschmack.

© Freepik

Im Allgemeinen wird zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig unterschieden. Blütenhonig wird aus dem Blütennektar gewonnen, Honigtauhonig aus dem, was Blatt und Schildläuse ausscheiden und dann von den Bienen eingesammelt wird. Imker und Verbraucher unterscheiden wiederum zwischen Akazienhonig, Lavendelblütenhonig, Rapshonig, Tannenhonig oder Blatthonig, um nur einige zu nennen.

 

Honig besitzt Heilkräfte und kann Retter in der Not sein

Dass Honig oft ein Retter in der Not sein kann, wissen vor allem Köche, denn sollte das Essen mal versalzen oder leicht angebrannt sein, gleicht Honig das wieder aus. Auch die Wundheilung durch Honig ist seit dem Altertum belegt. Heute wissen wir, Honig enthält Enzyme und Proteine, die antibakteriell wirken, wie etwa der berühmte Manuka-Honig, der aus dem Blütennektar der Südseemyrte gewonnen wird. Dieser ist kostbar und kostet darum auch zwischen 40 und 100 Euro je 250-Gramm-Glas. Der Preis orientiert sich an der „Stärke“ des Honigs, also am MGO-Gehalt. ‚MGO‘ steht für Methylglyoxal, eine natürlich vorkommende, stark antibakteriell wirkende Verbindung, die Manuka-Honig so besonders macht.

Doch bevor Sie für Manuka-Honig viel Geld ausgeben, rät der Verbraucherschutz zur Vorsicht: Da es nur ein begrenztes Kontingent an Manuka-Honig im Jahr gibt, sind oft auch gestreckte und minderwertige Produkte im Umlauf, die dann überteuert angeboten werden.

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